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Pressemitteilungen

"Fremdwasser"-Problematik: CDU nimmt RAG in die Pflicht

Auf schriftliches Drängen der CDU hat die Verwaltung den Ratsfraktionen vor wenigen Wochen je eine CD mit dem „Fremdwassersanierungskonzept für das Stadtgebiet Datteln – Feinkonzept“ zur Verfügung gestellt. Nach einer ersten Analyse des umfangreichen Datenmaterials sieht die CDU ihre Zweifel an einem für Stadt und Bürger teuren Trennsystem bestätigt. Drängende Fragen der CDU  bleiben in dem Papier jedoch unbeantwortet.

Worum es geht: Durch die Abdichtung der Kanalisation soll eigentlich verhindert werden, dass Schmutzwasser in das saubere Grundwasser eindringt, eine an sich vernünftige  Bestrebung. Jedoch: In weiten Bereichen Dattelns ist es genau umgekehrt: sauberes Grundwasser plätschert in die Kanalisation und wird mit dem Schmutzwasser zur Kläranlage befördert. Dichtet man die Kanalisation ab, würde in diesen Gebieten der Grundwasserspiegel ansteigen mit der Gefahr, dass Keller vernässen und Gebäude beschädigt werden.

Ursächlich für den in weiten Bereichen Dattelns jetzt schon geringen Abstand zwischen Bodenoberfläche und Grundwasserspiegel, genannt Flurabstand, sind nach Überzeugung der CDU vor allem durch den Bergbau verursachte muldenförmige Absenkungen des Geländes – und das in weiten Bereichen des Stadtgebietes, vor allem in der Innenstadt, in Hachhausen und Hagem, aber auch in Ahsen.

Um der Gefahr eines weiteren Grundwasseranstiegs nach Abdichtung der Kanalisation zu begegnen, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten:

•    Trennsystem: Verlegung einer neuen Schmutzwasserkanalisation; die defekte alte Kanalisation führt weiterhin das eindringende Grundwasser ab.
•    Drainage: Man verlegt dort, wo es erforderlich ist, spezielle Rohre, die ausreichend Grundwasser abführen, also „drainieren“.

Die Verwaltung hat sich vor Jahresfrist nachdrücklich für ein Trennsystem stark gemacht. Angesichts der zu befürchtenden Kosten für die Bürger haben CDU und Grüne jedoch darauf bestanden, bei der Entwicklung des Feinkonzeptes auch die aus Sicht der CDU kostengünstigere Drainage-Lösung im Auge zu behalten.

Nun liegt, nach Drängen der CDU, das Feinkonzept auf dem Tisch. Es behandelt jedoch, anders als der Titel vermuten lässt, nur den Dattelner Süden. Die von der Grundwasserproblematik besonders betroffene Innenstadt und der Norden bleiben völlig ausgeklammert. Für den Winkel hat der Rat auf Drängen der Verwaltung ja bereits am 2. März 2011 – gegen die Stimmen der CDU und der Grünen – das Trennsystem beschlossen.

Das Feinkonzept (für den Dattelner Süden) bestätigt im Wesentlichen die Bedenken der CDU gegen ein flächendeckendes Trennsystem. Die Gutachter empfehlen für Horneburg und den größten Teil des Dattelner Südens die Drainagelösung, das heißt: Ableitung des Grundwassers dort, wo nach Abdichtung der Kanalisation ein Flurabstand von weniger als 2,5 Meter zu erwarten ist. Nur für die Bereiche Barbarastrasse, Hedwigstrasse und Hagem (in Meckinghoven) sei ein Trennsystem zu empfehlen. Rolf Sonderkamp, Leiter der CDU-Projektgruppe Kanalisation: „Auch das werden wir noch genau hinterfragen.“

Was die CDU in dem Feinkonzept vermisst: Es wird nicht transparent, welche Kosten auf den einzelnen Bürger zukommen können, etwa durch den Umschluss von Drainagen oder durch Anschlüsse an einen neuen Schmutzwasserkanal. CDU-Chef Dr. Jürgen Wutschka: „Wir werden die Stadt bitten, anhand von zwei oder drei Mustergrundstücken die erforderlichen Aufwendungen für beide Ansätze zu veranschaulichen.“

Die CDU hat als bisher einzige Partei die Frage aufgeworfen, inwieweit der Bergbau als maßgeblicher Mitverursacher der hohen Grundwasserstände für die immensen Kosten bei Stadt und Bürgern in die Haftung genommen werden muss. Die Fragen der CDU hierzu werden in dem Feinkonzept nicht einmal berührt. „Wir werden hier aber nicht lockerlassen“, sagt Dr. Wutschka.

Bereits am 15. Dezember hat die CDU die Vertreter der Presse in einem ausführlichen Gespräch über ihre Position in Sachen Grundwassersanierung informiert.

Die WAZ berichtete schon einen Tag später unter der Schlagzeile: „CDU nimmt RAG in die Pflicht“.

© CDU Datteln 2012